Wie steht es eigentlich um Ihr Testosteron?

„20.000er Testosteron-Studie der DGMG“ belegt: Fast jeder siebte Mann leidet unter einem Testosteronmangel 

Wann waren Sie zuletzt beim Check-up? Und: Nehmen Sie die Alarmzeichen Ihres Körpers richtig wahr? Ein Körper hat nämlich viele Möglichkeiten, solche Zeichen auszusenden. Wichtig ist, diese auch wahrzunehmen – sogar lebenswichtig. 

Wer zum Beispiel Erektionsstörungen bemerkt, sollte diese nicht leichtfertig abtun, sondern den Ursachen auf den Grund gehen. Möglich etwa, dass eine Durchblutungsstörung vorliegt. Diese wiederum kann ein Hinweis auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein; nicht selten liegt auch ein bis dato unentdeckter Diabetes mellitus Typ 2 vor, umgangssprachlich als Alterszucker bekannt. 

Die Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. (DGMG) hat eine Querschnittstudie in Auftrag gegeben, die „20.000er Testosteron-Studie der DGMG“, bei der mehr als 20.000 Männer im Alter zwischen 18 und 100 Jahren auf ihren jeweiligen Testosteronwert untersucht wurden. Das erschreckende Ergebnis: „Fast jeder Siebte litt unter einem erheblichen Testosteronmangel, mit Werten unter 2,5 ng/ml“, berichtet PD Dr. med. Magnus Baumhäkel, einer der beiden Studienautoren und Vorstandsmitglied der DGMG. 

Ein Hormonmangel – auch als Hypogonadismus bezeichnet – bleibt nicht ohne Folgen, wie die Studiendaten weiter zeigen: Unter anderem hatten die betroffenen Männer sehr viel häufiger Bluthochdruck (+ 41 %) sowie Diabetes (+ 68 %). 

Weitere Studien bestätigen den Zusammenhang zwischen dem Männerhormon Testosteron und den immer weiter verbreiteten Zivilisationskrankheiten – mit sehr ernsten Folgen: „Wir gehen derzeit davon aus, dass Männer mit einem Testosteronmangel und einem Typ-2-Diabetes früher sterben als Nicht-Diabetiker“, sagt PD Dr. med. Tobias Jäger, der zweite Studienautor der „20.000er Testosteron-Studie der DGMG“, Urologe sowie Vorstandsmitglied der DGMG. Im Durchschnitt hätten Diabetiker ein um etwa 6-8 Prozent höheres Sterblichkeitsrisiko. „Deshalb empfehlen die europäischen Leitlinien bei Männern mit Erektionsstörungen, Diabetes oder mit großem Übergewicht eine Testosteronbestimmung zur Abklärung eines Testosteronmangels“, weiß Tobias Jäger. 

„Die Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. fordert und fördert, dass Männer spätestens ab 45 Jahren regelmäßig die Männer-Inspektion beim Arzt wahrnehmen“, sagt Prof. Dr. med. Frank Sommer, Präsident der DGMG.

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