Tattoos sind mehr als Körper­schmuck

Carl König, Inhaber vom Tattoo Studio 1971, ist Partner beim Charity-Rock-Musikfest am 28. September in Essen. Sein Motto: „Es ist verdammt wichtig, im Leben etwas zurückzugeben.“

 

Der Name des Kindes, ein Totenkopf, das Logo vom Lieblingsverein oder die klassische Rose - Tätowierungen sind vielfältig, genauso wie die Beweggründe sich ein Tattoo stechen zu lassen. Beliebt ist der Körperschmuck schon seit Jahren. Bei uns in Essen hat im April das ‚Tattoo Studio 1971‘ in der Stadtmitte neben der Kreuzeskirche eröffnet. Für Inhaber Carl König ist es sein zweites Studio. Er verfolgt nicht nur ein besonderes Konzept, auch seine Einstellung zum Leben ist bemerkenswert. Sich für die gute Sache einzusetzen liegt ihm am Herzen. 

Carl, was zeichnet Dich aus und wie kam es dazu, ein eigenes Tattoo-Studio zu eröffnen?

Ich bin gebürtiger Essener und der Liebe wegen nach Duisburg gezogen. Auf die Idee, ein eigenes Studio zu eröffnen kam ich, da ich selbst tätowiert bin und mir in unterschiedlichen Studios fast immer wie ein Bittsteller vorkam. Ich musste immer vehement auf meinen Wunsch pochen, damit der Tätowierer den letztendlich umsetzte. Hinzu kamen lange Warte- und kurze Beratungszeiten, was mir nicht gefiel. Ich möchte zeigen, dass es auch anders geht. Zudem muss ein Tattoo nicht immer teuer sein.

Wie ist die Idee entstanden, in Essen ein zweites Studio zu betreiben?

Unser Konzept ist sehr gut aufgegangen. Wir tätowieren auch Kunden, die ein Tattoo für 35 Euro haben möchten. Wir nehmen alle herzlich in unsere kleine, bunte Familie auf. Unser Konzept wollten wir gerne in eine andere Stadt weitertragen. Außerdem komme ich aus Essen. Hier habe ich meine Wurzeln. Mit dem neuen Studio kann ich meiner Heimat jeden Tag nah sein.

Tattoos sind Erinnerung, Trauerbewältigung, Therapie und pure Freude.

 

Carl König, Inhaber vom Tattoo Studio 1971

Carl König, Inhaber vom Tattoo Studio 1971

Welche Kunden kommen zu dir?

Unser Publikum ist bunt gemischt, vom Arbeitslosen bis zum Fußball-Profi über Altenpfleger, Elektriker, Automechaniker oder Arzt ist alles dabei. Mein Studio ist für jedermann gedacht. Es ist egal aus welcher Schicht er kommt, welchen Glauben er hat, welchen Beruf er ausübt, die Parteizugehörigkeit oder welchen Fußballverein er favorisiert. Wenn die Tür zu ist, ist jeder gleich und wird auch so behandelt und professionell beraten.

Was bedeuten Tattoos für dich?

Tattoos sind Erinnerung, Trauerbewältigung, Therapie und pure Freude.

Gibt es typische Tattoos für Männer, die besonderes oft nachgefragt werden?

Ich kann nicht mal sagen, dass zum Beispiel Fußball-Logos eher von Männern gefragt sind. Viele realistische Motive werden gestochen, aber auch familiäre Dinge in verschiedensten Stilrichtungen.

Welche Motive sind zurzeit angesagt?

Wir haben sehr viel mit Cover ups, also Komplettabdeckung des alten Tattoos, und Fix ups, sprich Auffrischung des alten Tattoos zu tun, da wir darauf auch spezialisiert sind. 

Welche Körperstelle ist beliebt?

Es sind oft der Oberarm und Unterarm, der Oberschenkel und Unterschenkel sowie Brust und Rücken gefragt.

Ist Dir ein Kunde mit einem besonderen Tattoo-Wunsch in Erinnerung geblieben?

Für mich ist jeder Tattoo-Wunsch etwas besonderes, wenn er nicht aus einem Trend entsteht. 

Du bist auch für Dein soziales Engagement bekannt und hast beispielsweise zu Weihnachten schon mal Tattoos verschenkt. Warum ist Dir das Engagement wichtig?

Wir verschenken zu Weihnachten keine Tattoos, sondern belohnen Menschen dafür, dass sie verschiedenste Situationen in ihrem Leben gemeistert und überlebt haben. Das honorieren wir mit einem Tattoo-Wunsch, egal welcher Art. Es ist verdammt wichtig, etwas im Leben zurückzugeben und das soll jedem von uns Demut lehren. Ein Wort, das fast vergessen ist. Viele Dinge kann man einfach nicht mit Geld bezahlen und das leben wir im Tattoo Studio 1971.

Am 28. September findet in Essen das Charity-Rockmusikfest in der Weststadthalle statt. Der Erlös geht an die Prof. Dr. Eggers-Stiftung, die psychisch kranke Kinder und Jugendliche unterstützt. Du wirst bei dem Festival auch als Charity-Partner vor Ort sein. Was macht ihr?

Wir werden an diesem Tag, nach dem ‚WALK IN Prinzip‘ verfahren. Das heißt, dass man ohne Termin vorbei kommt, etwas warten muss und dann tätowiert oder gepierced wird. Wir sind zu zehnt vor Ort. 

Spendet ihr dann einen Teil eurer Einnahmen an die Prof. Dr. Eggers-Stiftung?  

Nein, wir spenden alles! Wir machen keine halben Sachen.

Zurück